Historie - SPCA-Duisburg

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Verein
Über 75 Jahre Kanusport an der Aakerfähre


  Der Anfang
 Der Schwimm- und Paddel-Club "Ackerfähre" e.V. entspringt einer  Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die in der Flußbadeanstalt am  nördlichen Ruhrufer eifrig schwammen und paddelten. Am 7. November 1922  trafen sich 30 Männer in der Gaststätte Schwerdt, legten eine Satzung  fest und gründeten den Schwimm- und Paddel-Club "Ackerfähre".

 Die 20er und 30er
 Bereits 1923 wurde mit einer Rennmannschaft an einer Regatta   teilgenommen und der erste Sieg in der damaligen Dreierkajak Klasse  errungen. Ab 1924 war die Rennmannschaft der "Ackerfähre" auf allen  größeren Rennplätzen in den Spitzengruppe vertreten.
 Die Boote lagerten in einem Holzschuppen auf dem Gelände des Freibades.  Aus Gründen der Hochwassergefahr im Herbst, mußten die Boote  hochwassersicher andernorts untergebracht werden. Hierzu wurden die  Boote auf Handwagen zur Gaststätte Schwerdt transportiert und über den  Winter eingelagert. Auch mußte der Schuppen alljährlich abgebaut werden.
 Mit großen Mühen und Anstrengungen errichteten die Clubmitglieder am  südlichen Ruhrufer das erste steinerne Bootshaus in Duisburg. Um dieses  Bootshaus bauen zu können mußten 10.000,00  Reichsmark aufgebracht  werden. Durch Eigenleistung und den Verkauf von Bausteinen konnten  5.000,00 Reichsmark erwirtschaftet werden. Die noch fehlende Hälfte  wurde von der damals in Duisburg ansässigen Böllert-Brauerei als Darlehn  aufgenommen, welches von den Mitgliedern "kräftig" abgetrunken werden  mußte. Das Gelände wurde von der Stadt Duisburg zur Verfügung gestellt.  Fünf Jahre nach der Gründung, konnte der Club im Jahre 1927 das  Bootshaus mit 60 Bootsplätzen einweihen. Für den Club war dieser Moment  ein ungeheueres Erlebnis. Wenn man bedenkt, wie viele andere Vereine in  provisorischen Unterkünften untergebracht waren.
 Da in dem errichteten Bootshaus nur Boote untergebracht werden konnten,  blieb die Gaststätte Schwerdt weiterhin das Vereinslokal des Clubs. In  den Wintermonaten wurde der Saal zur Turnhalle umfunktioniert um  Turnabende abzuhalten, damit kein Speck ansetzt und die Gelenke nicht  einrosten.  Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam der Sportbetrieb völlig  zum erliegen.

   Die 40er
 Die 40er Jahre standen wie überall im Zeichen der Zerstörung und des  Wiederaufbaus. Das Clubhaus wurde 1942 schwer zerstört. Alles lag in  Schutt und Asche, die Boote waren zum Teil zerstört und beschädigt. Im  Jahre 1946 konnte, der Verein hatte ca. 40 Mitglieder, mit dem  Wiederaufbau begonnen werden. Die noch vorgefundenen Boote wurden  repariert, so daß dem Club 16 Zweier und 11 Einer ab dem 15.04.47 wieder  zur Verfügung standen. Es fehlten aber Rennboote und die Mitglieder  beschlossen bei Kleckers einen K I zu bestellen, um wieder einen Anfang  zu bekommen.
 Auch wurde innerhalb des Hauses ein Trainingsbecken gebaut, welches am  14.01.1948 in Betrieb genommen wurde. Bereits 1949 nahmen die alten  Herren den Rennsport wieder auf.

   Die 50er
 Dank der guten Trainingsbedingungen  stand 1950 wieder eine  Rennmannschaft, die auf allen Regatten erfolgreich war. Nachdem  zwei  weitere Rennkajaks angeschafft wurden, konnte im Jahre 1951 der erste K  IV von vier stolzen Mitgliedern auf dem Wasserwege von Düsseldorf zum  Clubhaus gefahren werden. Mit den neuen Booten und einer immer besser  werdenden Rennmannschaft wurde das Jahr 1951 mit 69 ersten Siegen, 52  zweiten und 22 dritten Plätzen das erfolgreichste Jahr seit bestehen des  Clubs.
  Auch ging 1951 ein langjähriger Wunsch der Wanderfahrer in Erfüllung.  Ein Anbau für Wanderboote wurde seiner Bestimmung übergeben. Denn auch  die Wanderfahrer waren schon damals sehr aktiv. Bei herrlichen  Wanderfahrten auf Ruhr, Rhein, Main und Mosel, zu Chiem- und Edersee  wurde der Clubwimpel durch Deutschland  getragen. Besonders beliebt  wurden die Urlaubsfahrten -Familienfahrten- zu den DKV-Zeltplätzen und  ins Ausland.
  Das Clubleben ging seinen Gang, die Rennmannschaft war sehr erfolgreich  mit zahlreichen Siegen, die Wanderfahrer erkundeten die Landschaft aus  der Bootsperspektive und die Feste des Clubs wurden gut besucht.

   Die 60er
 Die Ansprüche stiegen. Gefragt waren nicht nur neue Boote, sondern auch  neue Wasch- und Umkleideräume. Die einzige Möglichkeit war; umbauen und  erweitern des bestehenden Bootshauses. Also wieder einmal war die  Eigenleistung der Clubmitglieder gefragt bis im Jahre 1961 eine allen  Anforderungen gerechte Anlage in Gebrauch genommen werden konnte. Auch  die 60er Jahre verliefen für den SPCA erfolgreich und die Rennmannschaft  fuhr zahlreiche Siege ein.

   Die 70er
 Im Jahre 1971 verlor der Club den Kern seiner Rennmannschaft einschl.  Trainer an einen größeren und lukrativer scheinenden Duisburger Verein.  Von nun an spielte der Kanurennsport nicht mehr den dominanten Teil  innerhalb der Clubaktivitäten. An seiner Stelle nahm der Kanuwandersport  diesen Part ein.
 Und wieder einmal wurde gebaut. Im Jubiläumsjahr 1972 ging endlich ein  lang gehegter Wunsch in Erfüllung, die Neugestaltung der  Bootshausfassade.
 Mitte 1976 wurden 50 Mitglieder der Wasserfreunde Meiderich, die Ihre  Bleibe durch Ablauf des Pachtvertrags verloren hatten, aufgenommen.   Durch diese neuen Mitglieder  wurde eine andere Art des Kanusport im  Club aktiviert, Wildwasser.
 Innerhalb des Leistungsspots übernahm der Kanuslalom den Part des  Kanurennsports. Die Rennboote wurden bis auf ein Kajak, vom  1.Meidericher Kanu-Club übernommen.
 Da das Bootshaus wieder einmal nicht mehr den Bedürfnissen entsprach,  wurde 1977 nach viel Planung und Verhandlungen mit Behörden und  Institutionen beschlossen, das Clubhaus zu  erweitern und modernisieren.  Nach Erteilung der Baugenehmigung verpflichteten sich die  Clubmitglieder zu Pflichtarbeitsstunden um in Gemeinschaftsarbeit dieses  Ziel zu realisieren. Bis zum Dezember 1979 waren die  Fundamentieringsarbeiten abgeschlossen, die in mühseliger Handarbeit  ausgeführt wurden.

   Die 80er
 Mit nachlassen des Frostes begann bereits im Februar 1980 der  Bauunternehmer und Vereinsmitglied Klaus Barkholz, mit der Errichtung  des Rohbaues.  Am 19. April im gleichen Jahr wurde der Richtkranz  hochgezogen. Als man 1979 mit den Arbeiten begann waren alle Mitglieder  zur Stelle um Hand anzulegen. Diese anfängliche Begeisterung ließ aber  nun schnell nach, so daß ein kleines Häuflein, oft bis an die Grenze des  körperlichen Einsatzes, in ihrer Freizeit das Projekt im Jahre 1982 zu  Ende führte.
  Das Bauprojekt war abgeschlossen und der Sportbetrieb nahm seinen  gewohnten Lauf. Die Slalommannschaft besuchte erfolgreich alle wichtigen  Regatten, und auch die Aktivitäten der Wanderfahrer konnten sich sehen  lassen.
  Im Jahre 1987 wurde der erste Kontakt des Clubs zu Sportlerinnen und  Sportlern der damaligen Tschechischen-Republik geknüpft. Aus Anlaß der  Kanurennsport WM waren ca. 40  Sportkammeradinnen und Sportkammeraden,  aus Bratislawa, Kormano und Prag, Gäste unseres Clubs. Hieraus  entwickelte sich eine Partnerschaft  zu den heutigen Kanuverbänden der   Slowakei und Tschechei. Auch bildeten sich zum Teil tiefe Freundschaften  zwischen den Sportlerinnen und Sportlern aller drei Nationen.
  Zum Ende der 80er Jahre bildete sich eine allgemeine Vereinsmüdigkeit  bedingt durch ein Überangebot an Freizeitaktivitäten anderer  Institutionen. Auch der SPCA blieb von diesem Trend leider nicht  verschont. Der Mitgliederbestand ging auf ca. 60 Mitglieder zurück.

   Die 90er
 Die 90er Jahre brachte für den Club wieder einen Aufschwung. Der SPCA  kooperiert mit der Kanuschule des Kanu-Verbandes NRW und führt im Rahmen  der Lehr- und Übungsarbeit Kanu-Kurse durch. Als Sportfremde Maßnahme  wird eine Oldtimerschau und ein Weinfest veranstaltet.
 Im August wurde in Zusammenarbeit mit dem Sport- und Kulturamt der Stadt  Duisburg ein für alle Bürger zugängliches Ruhrwiesenfest auf dem Club  Gelände durchgeführt.
 Dank der Vorarbeit des Vereins durch eine breitangelegte  Öffentlichkeitsarbeit und der  werbewirksamen Maßnahmen, konnte der  Mitgliederbestand des Jahres 1989 zum Jahr 1992 mehr als verdoppelt  werden. Mehr als 130 Mitglieder zählte nun der Club.
  Die Wanderfahrer verstärkten ihre Aktivitäten und liegen von nun an  immer auf den vorderen Plätzen der Bezirkswertung. Wurden in früheren  Jahren die Wanderfahrten ausschließlich auf heimischen Gewässern und  Flüssen des benachbarten Auslands durchgeführt, ist der Clubwimpel nun  auch im Balkan, Skandinavien, und auch in Übersee zu sehen. Auch die  Leistungen der Slalommannschaft  können sich nach wie vor sehen lassen.
 Auch  werden seit 1990 alle 2 Jahre  Vereinsfahrten nach Prag  durchgeführt. Und die Sportfreunde aus Prag kommen immer wieder gerne  nach Duisburg.
  Zum normalen Sportbetrieb wurde 1993 eine Seniorensportgruppe  eingerichtet. Im Jahre 1994 wurde diese vom Landessportbund NW als  Gruppe im Landesprogramm  "Sport mit Älteren" offiziell anerkannt.
     Aber was ist ein Jahrzehnt ohne Baumaßname? Nun es muß noch etwas gebaut  werden, ein Carport muß es sein! So beschlossen von allen Mitgliedern  1994, durch die tatkräftige Arbeit "einiger Weniger" fertiggestellt zur  Mitte 1996.

   Der Schluß aber nicht das Ende
 Hier endet der Chronist. Es wurde bewußt auf die namentliche Nennung von  Vorstandsmitgliedern und verdienten Vereinsmitgliedern verzichtet.  Diesen aber gilt ungenannt unser aller Dank, denn ohne ihren  unermüdlichen Einsatz und Motivation der Anderen, gäbe es Heute keinen  Schwimm- und Paddel-Club "Ackerfähre" oder  es gäbe ihn nicht mehr.  Wichtig ist der Vereinsgedanke (ohne Vereinsmeierei), als kleines  demokratisches Gebilde gemeinsam bestimmen, ausführen, erhalten und  erleben. Wenn wir das auch in der Zukunft so leben, wird die heutige  Jugend des Clubs, als Erwachsene 2022 das 100 jährige Bestehen an dieser  Stelle feiern können.
 
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